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"Verkehr mit Menschen verführt zur Selbstbeobachtung." (Franz Kafka)
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Stefan Zweig. Gesammelte Werke in Einzelbänden: Begegnungen mit Büchern: Aufsätze und Einleitungen aus den Jahren 1902 - 1939. Gesammelte Werke in Einzelbänden (Gebundene Ausgabe) "Das Mißverhältnis der Welt scheint tröstlicherweise nur ein zahlenmäßiges zu sein." (Franz Kafka, Zürnauer Zettelkonvolut)
Wie wahr Kafka liegt, zeigt sich in der gegenwärtigen Wirtschaftsituation, denn ein Mißverhältnis zur Welt kann es ausserhalb der Zahlen nicht geben. Denn mit Stefan Zweig wird deutlich, wie die Verhältnisse der Welt sich duch Schrift und Inhalt, durch Lesen und Interpretation, durch Schreiben und Diskussion annähern und den Geist entgrenzen.
Den Amazon-Rezensionen werden Menschen hinterstehen, denen wie Zweig das Buch etwas Wert ist, vielleicht sogar auch wie ihm zusätzlicher "Eingang zur Welt" ist. Nicht nur der berufliche Alltag, sondern eben auch das Lesen und vorallem die Auseinandersetzung sind es, die das Eigene berührt oder es gar manifestiert. Jedem werden, sofern er mit Mut und Respekt den gelesenen Rezensionen begegnet, auch diese hilfreich sein. Einmal in der begründeten Zustimmung, einmal in der Sichtweise der erneuten Diskussion mit sich selbst oder gar als Grundlage einer web-Diskussion, wie es diese Plattform zulässt. So wie für Zweig geistige Auseinandersetzung und inspirierte Weiterwirkung aus der subjektiven Empfindung in den Rezensionen, seinen Begegnungen mit den Büchern auffällig ist, so sind auch diese Texte berührt von der weiten, tiefgründigen und sprachlich einmaligen Wortewelt von Stefan Zweig. In allem ist seine dem Menschen zugewandte Herzlichkeit zu spüren, egal, ob er über Leid, Freude des Einzelnen oder über die Gesellschaft als Ganzes schreibt. Für ihn sind die Erfindungen der Schrift wie die des Rades die Grundlage jeder Bewegung, die der geistigen Reise und die der Bewegung im Raum. Beide Erfindungen geben deutliches Zeichen dafür, das jedes Land nicht mehr alleine lebt, sondern nur noch in Beziehungen. Und diese Bezieihungen sind immer Beziehungen zu Menschen, die mit der Schrift ihre Beziehung zur Einzelseele verlassen und aus der Erfahrungsbegrenzheit austreten, um sich neuen Horizonten zu öffnen.
Seit Jahrhunderten ist das Buch jedoch schon ein Teil des persönlichen Lebens und doch wird manche "weltaufbauende Gewalt des Buches" nicht mehr wahrgenommen. Diese selten gewordenen Augenblicke des Zurücklehnes mit dem gelesenen Bildern im Kopf sind die besonderen Momente, in dem man das Gewohnte und Gewöhnliche überwindet und die ausdrückliche, ausgedrückt magische Kraft eines Textes ehrfüchtig gewahr wird. Schreiben wird so wirklich zur Enthüllung der Welt, wie Sartre seinen Anspruch an Literatur formulierte, aber auch in der Hingabe zur Aufgabe des Lesers.
So liest Stefan Zweig seine Bücher, die ihm den Blick auf die Welt erweitert haben und diesen Blick, gepaart mit den subjektiven Bedeutungen aus seinem Leben, gibt er dem Leser weiter. Damit auch dieser an einer Perspektive teilhaben kann, die seine vom Buch empfangene Botschaft ergänzt. Zweig ist nicht bestimmend, immer nur hinführend zu seiner Idee in sprachlicher Reinheit und menschlicher Stimme. Und so wie er mit sich ringt, welche Goetheausgabe die reinste ist, welche den wahren Goethe wahrhaft repäsentiert, so können Sie als Leser Ihre Momente des Zurücklehnens mit den vorgestellten Empfindungen Zweigs kombinieren und sich einlassen auf Goethes Leben im Gedicht, auf Rilke als Gottsucher, auf Hiob aus den Augen Joseph Roths und mit Zweig zusammen auf das, was Leben heisst, in dem ein morscher Baum gesundet.
Ob Sie die Byroniana mit Zweig teilen, oder das Unbehagen in der Kultur, immer werden Sie einig sein mit ihm in der Frage, was es heisst, Vorbilder zu erkennen und Kollegen (auch bei Amazon) liebevoll zu beachten. Der "Verkehr mit Menschen verführt zur Selbstbeobachtung." (Kafka, ibid)
friedvolle Weihnachten 2008
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 21. Dezember 2008 |